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Gute Quoten für “Biggest Loser”

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Für 2015 könnt Ihr Euch schon mal anmelden. Zunächst aber schauen wir Jugendlichen zu, wie sie sich quälen lassen und Pfunde verlieren. Sonntags, Nachmittag. Als hätte niemand etwas besseres zu tun. 

 

Profi-Abnehm-Blogger kennen natürlich ihr Fernsehprogramm; ich musste mich neulich darauf hinweisen lassen, dass “Biggest Loser” wieder angelaufen ist – “Schon wieder”, kann ich da nur sagen, weil die paar Vorzeige-Figuren, die mit allen möglichen Tricks versuchen, bei “Brot und Spielen” den ersten Platz zu machen, für die Mehrheit der Übergewichtigen keinerlei Vorbildfunktion haben können, und für die meisten Zuschauer nur das Ventil für Häme, Spott und Hass weit öffnen. Der Respekt für die ernsthaften Bemühungen im Camp ist doch nur vorgegaukelt, die Sendung wird als Lach- und Sensationsnummer gebraucht, stellt Distanz her und die Überzeugung: “So schlimm bin ich doch nun wirklich nicht”.

“Ich schau mir biggest loser erst gar nicht an; ich brauche ja bloß in den Spiegel zu schauen, um einer fetten Person beim emotionalen Zusammenbruch zuzuschauen”.

Das war natürlich nur ein Zitat, stammt also nicht von mir! Auf Twitter findet sich so Einiges zum US-Pendant, das NBC ausgeheckt hatte:

Watch video clips from the NBC TV show The Biggest Loser. View videos, episode recaps, fitness tips, weight loss tips, photo galleries & bios; Find cast member information & play online games on the…

Man kann aus der schlichten Sendung also noch “mehr” machen, quasi ein “Beiprogramm” zur Sendung erfinden:  Zuschauen und dabei knabbern, was es so beim Fernsehen zu Knabbern gibt.

Ansonste wird hier eine merkwürdige Ideologie verbreitet:

Don’t say can’t. Stop thinking. Stop talking. Just DO IT!

Solcher Humbug findet sich auf Twitter, die deutsche Realität sieht so aus:

Kiloschwund bringt Quotenhoch: Die zweite Episode der Abnehm-Show “The Biggest Loser” erreichte am Sonntagabend einen hervorragenden Marktanteil von 12,1 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Insgesamt 2,1 Millionen Zuschauer verfolgten den Kampf der 18 Kandidaten gegen die Waage.

Dieses “Abspecken mit Topquoten” folgt seinen eigenen Gesetzen: Dem Machtwort des Trainers und dem Diktat der Waage.

Natürlich ändern die Kandidaten ihr Leben: Hier braucht diese Veränderung ein spezielles Camp, in dem sie unter totaler Überwachung stehen. Die Kandidaten, die am längsten durchhalten, werden am Längsten dressiert. Belohnt wird, wer die Tretmühle am eifrigsten bewegt und übersteht: Wenn das ein Lerneffekt für die Zuschauer sein soll, dann Gute Nacht.

Ansonsten sind Fragen nach dem Warum, gar nach allgemeinen Problemen, “natürlich” tabu. Wir könnten dieses “natürlich” auch hinterfragen, nur wird es dann interessant und nicht mehr seicht-unterhaltsam.

Nachtrag:

Neidisch?

Das Spiel ist aus, und ein

“… Bayer mit italienischen Wurzeln hat insgesamt 63 Kilo abgenommen und sein Startgewicht um genau die Hälfte verringert. Damit ist Paride “The Biggest Loser” 2013 und stolzer Gewinner von 50.000 Euro Preisgeld. “Das Gefühl, wenn ich in den Spiegel schaue, ist einfach der Hammer!”, erzählte uns der 21-Jährige kürzlich in einem Interview.” (Quelle)

Da könnte man doch neidisch werden? Müssen wir aber nicht: Die Extrembedingungen im Abnehm-Zirkus sind mit den Kampfbedingungen der früheren Gladiatoren zu vergleichen. Auch die Aufmerksamkeit, die den Mitspielern und der Sendung entgegenschlägt, hat etwas vorzeitliches. Schön, dass es “nur” ca. 12 % Zuschauer geworden sind.
Dem Gewinner sei sein “Hammer-Gefühl” gegönnt, er soll stolz auf sich sein und etwas aus dem Preisgeld machen. Alle, die nur zugeschaut haben, abspecken nötig hätten und es aber nicht schaffen, sei ein echter Stolz auch gegönnt: Echt, nicht trotzig. Und natürlich eine Motivation, die sich nicht aus der Teilnahem an einer Show von wenigen für viele ableitet.
Die Show, in der Solidarität und nicht das Konkurrenzprinzip die Gewinn-Situation herstellt, müsste erst noch erfunden werden.  Vielleicht wird es das aber auch nie geben: Das Gefühl, dass letztlich alle im selbsen Boot sitzen, eine Schicksalsgemeinschaft sind, in der Egoismus (noch) hinterfragt wird: Was ist gesunder Egoismus, wo fehlt der, und was ist übersteigerter “Egoismus”?

 

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