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Nicole Jäger – die Fettlöserin – Was, wenn die Hälfte gelogen ist?

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Was heute ein Sachbuch ist – das ist schon merkwürdig. Die bestverkauften Sachbücher stehen auch im Supermarkt bereit, neben Presseerzeugnissen, Romanen und Lebensmitteln.

Natürlich muss das Thema “Abnehmen” dabei vertreten sein. Wir hatten schon den “Dr. Papst” mit seiner Schlank-im-Schlaf-Methode, Susanne Fröhlich mit Quark & Yoga (oder auch: Erst Yoga, dann jo-jo) und jetzt – irgendwie, man weiß ja nicht genau wie – eine “Fetterlösung” mit 170 Kilo Differenz zum Ausgangsgewicht, und wagen die Frage:

Fact oder Fantasy?

- Kritik -

Ein hochtrabender Titel und was Anatomisch abnehmen bedeutet, weiß einzig der Verlag. Kann man auch unanatomisch abnehmen?

Doch, ich hatte das Buch Die Fettlöserin: Eine Anatomie des Abnehmens
schon mal in meinen eigenen Händen, habe es aber wieder zurückgestellt, denn mir wird es nichts nutzen, hat bereits geschadet, und so gibt es eine Rezension ohne greifbares Buch, aber mit Originalzitaten.

All diese Erzeugnisse haben die sachliche, öffentliche Diskussion unmöglich gemacht und quasi vergiftet. “Öffentliche Diskussion” meint hier ungezählte meist weniger ausführliche Fernsehauftritte, die manchmal nur den Zweck haben dürften, als Appetithäppchen, das zum Buchkauf anregt, zu dienen.

Es gibt immer mal ein paar LeserInnen, die nach ihrem “Lehrbuch” abnehmen – aber auf alle trifft das nicht zu, und ob die Abnehm-Ratgeber je der Mehrheit helfen, wäre noch zu ermitteln, ist aber einstweilen in Frage zu stellen.

Das Publikum im Studio bricht in Beifall aus, wenn der Moderator Frau Jäger mit der Bemerkung, dass sie ja schon unfassbar schön abgenommen hätte, begrüßt. Das Publikum kommt überhaupt nicht auf die Idee, sich zu fragen, wie das denn sein kann. Die Moderatorin bringt es nicht fertig, zu fragen, wer denn da die “Feeder” im Hintergrund waren.

Im Rollstuhl hätte sie sitzen müssen, und da hätte sie halt zugenommen.

Eine kollektive Wahrnehmungsstörung

Und eigentlich sei sie eine Elfe, nur sei das nicht auf Anhieb zu erkennen, meint sie dann mit dem zauberhaften Humor einer Walküre. Im Zweifel war das Humor, und mit Humor sollten wir auch die Behauptung mit der Halbierung ertragen, selbst wenn es schwer fällt, denn “über so etwas [Krankheit, Behinderung, soziale Schwäche, Aussehen] macht man keine Scherze” – das habe ich jedenfalls verinnerlicht.

Ansonsten finden sich manchmal auch Kommentare des Publikums, und nicht immer sind die unkritisch:

… wenn ich fies wäre, könnte ich sagen, dass ich ein besserer Abnehm-/Ernährungsexperte bin, weil ich es nie zu 100kg+  habe kommen lassen…
Diese Frau ist immer noch krankhaft dick und ich bezweifle mal stark, dass sie sich selbst heute “normal” ernährt. Mit ca. 1500kcal pro Tag kann man ein solches Gewicht nicht lange halten.
Klar, es sind häufig psychische Probleme die dazu führen, aber sich einzureden, dass in irgendeiner Form 150kg ein akzeptabeles Gewicht ist, nur weil man vorher 300kg gewogen hat, ist auch keine Lösung. Ein Fortschritt sicherlich, aber gesundheitlich immer noch sehr bedenklich und eine große Einschränkungen für den Alltag.

Tja, dass es beim Übergewicht auch “suchtartige Tendenzen” gibt, hat Nicole Jäger ja schon selbst gesagt – nicht aber, wie sich das äußert. Vermutlich gehören jede Menge Tricks und Kniffe dazu, am Suchtstoff festzuhalten und den Konsum zu verheimlichen. Insofern gibt es auch die Annahme, dass es sich bei den 340 kg um eine Märchenstory handelt, bei der angeblichen Abnahme desgleichen.

Mehr Mitgefühl, bitte…

Bei mir stellt sich das merkwürdige Phänomen ein, dass ich noch nur wenig Mitgefühl für Nicole Jäger entwickeln kann, und dieser “Empathiemangel” wäre vielleicht durch das Gefühl erklärbar, dass ich belogen werde.
Es scheint aber auch, als hätte Nicole Jäger nur wenige Sympathien für andere Leidensgenossen – zwar will sie als Abnehmcoach arbeiten und hat wohl auch die Berechtigung, als Heilpraktikerin zu fungieren – aber wer will sich schon sagen lassen: “Wenn ich das kann, wirst Du das doch auch können?” Eine sichere Methode scheint mir diese “Medizin” nicht zu sein. Es verwundert mich, dass Nicole, die ja eigentlich eine Mitbloggerin ist, so wenige Links zu anderen Blogs setzt, scheinbar diesen Teil ihrer Umwelt ausblendet, wenig Kooperation entwickelt.

Was Kooperation und Abnehmen gemeinsam haben

Vom Gedanken zur Gewohnheit - der Schlüssel zum Erfolg...

Sogar die Meinung

“… es ist ein Unding . Wirklich . Die hat nie soviel gewogen . Die lügt sich durch die Medien …”

erscheint mir plausibel – denn nimmt man die aktuellen Fotos, also die “nachher-Bilder”, ist eine doppelte Körperfülle eigentlich nicht vorstellbar. Das könnte auch daran liegen, dass das momentan angegebene Gewicht von 170 Kilos eine nette Untertreibung ist:  Bei einem relativ aktuellen Interview im Schweizer Fernsehen musste ich denken: Wenn sie hundertsiebzig Kilos hat, kommt ihr Interviewpartner vielleicht auf 40 Kilos…

Was wäre denn, wenn wir lediglich belogen werden und die eigentliche Story im Wesentlichen erfunden und “gephotoshoped”  ist?  Es soll ja schon immer Rattenfänger gegeben haben, und wehrlose Kinder, die nicht anders konnten, als deren Liedern zu folgen…

Und die Betrügereien des klassischen Hermes dienten ja auch “nur” der persönlichen Bereicherung. Waren Abzockerei. So gesehen – “unerhört” ist das nicht. Zu beweisen ist da auch nicht viel, einen praktischen Nutzen der Jäger-Publikationen sehe ich allerdings auch nicht, der pädagogische, die Einsicht fördernde Sinn erschließt sich mir nicht, und einen theoretischen Nutzen können wir nur bedingt annehmen. Theoretisch könnte man – unter ernährungspsychologischen Gesichtspunkten – die ganze Geschichte noch einmal überprüfen, wozu man allerdings gesicherte Unterlagen bräuchte, eine Krankenakte, eine Biographie und weitere Daten. Ein paar Daten hätten wir ja, zum Beispiel über “Übergewichtigen-Wassergymnastik“:

 

Eine Gruppe von Fetten Menschen die sehr damit beschäftigt sind auszuloten, wer schlanker ist (und somit gemieden wird) und wer fetter ist (und somit das Opfer böser Lästereien wird).
Ein lustiges Grüppchen von etwa 50 Menschen. (Und nein, Ich bin nicht die Dickste…) Die sich alle hassen.
Von oben müssen wir aussehen wie eine Kloß-Suppe im eigenen Saft. …

Ich werde wieder dabei sein. … Inmitten all dieser Menschen die ihren Selbsthass an ihrem Gegenüber auslassen und Mich fragen:

Was hat uns bloß so ruiniert?!

Da finden wir auf acht Zeilen dreimal das Wort “Ich”. Groß geschrieben. (“MEIN EGO!!!”). Bescheidenheit ist eine Zier…

Ein Ich, das von Menschen, die voller Selbsthass (“im eigenen Saft” schmorend) sind, umgeben ist. Menschen, die sich gegenseitig fertig machen? Denen nur noch Lästereien als Kommunikationsinhalt zur Verfügung stehen? Ob diese Menschen Nicole fragen, oder ob Nicole sich fragt, was “da” so ruinös gewesen ist, bleibt vom Satzbau her offen, aber wir erfahren die Antwort auch sowieso nicht.
Die Natur der destruktiven Energien im Selbsthass scheint mir doch auch eine Erwägung wert, vielleicht noch mit einem Hinweis, wie die negative Energie in eine positive transformiert werden kann?

Wassergymnastik in der Großgruppe von Selbsthassern – das ist eine Schilderung, die Betroffene zum mitmachen de-motiviert.

 

Die Arbeit an der Essstörung

Der Kreis schließt sich wieder bei den Betrachtungen zur Diät: “Taugt alles nichts” – und verbindliche Ernährungsempfehlungen bewegen sich auf dem Niveau von “Man muss die 5 auch mal gerade sein lassen”. Ist das wieder die “feministische Diät“, ist das “Fettlogik“, oder welche Tradition wird hier begründet?

Ich habe das Recht ein Problem zu haben. Ich habe das Recht daran zu arbeiten oder es nicht zu tun. Ich habe das Recht an Essstörungen zu leiden

Meinetwegen. Und wer Rechte hat, hat auch Pflichten. Aber das sollten wir noch mal in Ruhe besprechen, denn zur Arbeit an der Essstörung gehört auch das Ernährungsprotokoll – und wenn man das führt, ist man verdammt nah dran: Am “Diät-halten”, an der “Kontrolle”, meinetwegen auch der flexiblen Kontrolle, an der Einteilung der Lebensmittel in eher gesund und eher ungesund, wir geraten an die sozialen Aspekte der Ernährung, an ganz viele Dinge, die Frau Jäger verleugnet und nicht wahrhaben will. Wir können uns über einen Satz wie

Die eigentliche Lösung ist es, zu schauen, was in meinem Leben nicht rund läuft und warum ich das mit Essen kompensiere. Und dann sollte man nicht das Essen weglassen, weil das nur Symptombehandlung ist, sondern die Lücke ausfüllen, die man mit Essen gefüllt hat.

verständigen. Die richtige Lösung, die eigentliche Lösung zu suchen und zu finden und anzuwenden – wer wollte da Einwände haben? Was aber die Defizite betrifft – die zu benennen, zu sortieren, festzustellen, welche unerfüllten Bedürfnisse “objektiver Natur” sind, und welche bloße Wünsche bleiben werden: Das wird schwierig und interessant.

Nicht unbedingt gehört der vom “Managment” inszenierte öffentliche Auftritt zur Arbeit an der Essstörung.  Das Rampenlicht führt vielleicht zu Dopaminausschüttungen, aber per Definition spielt der Schauspieler dem Publikum etwas vor.

 

Aber vielleicht kommt die Botschaft ja an.

“Essen“ (Stoffwechsel!) Und zwar das Richtige
Und nicht: den-ganzen-Tag-hungern-und-abends-futtern.
Allerdings ist auch das nur ein Stückchen des Gesamtpuzzles. Oder auch: Mit dem kleinen Einmaleins lassen viele Fragen sich nicht beantworten. Ein X ist kein U, ein Coach muss mehr leisten als Seelenverwandter zu sein, der Bock taugt nicht als Gärtner, bei vielen Problemen braucht man Hilfe, der Mensch, allein auf sich gestellt,  ist “nur” ein Eremit, und auch der braucht einmal Hilfe von Außen.

Noch ein Wort zu Hilfsangeboten

Sicher, man wird beim Hilfe-Einholen mal an eine Niete geraten, aber “Versuch macht kluch”, Bedürftigkeit ist keine Schande (bedürftig sind wir doch alle, irgendwie, aber viele stehen so unter Druck, stark zu sein, dass sie es nicht zulassen – nicht bei sich und nicht bei anderen), und eine Persönlichkeit des öffentlichen Interesses sollte auch darauf hinweisen:

Hunderttausende haben ihre Not mit ihrem Übergewicht, brauchen Perspektive, Respekt, Rat, Motivation oder Hilfe – Hilfe zur Selbsthilfe.

Das Wir-Gefühl scheint bei Frau Jäger keinen großen Stellenwert zu haben, die ModeratorInnen des Frühstücksfernsehens sind zwar denkbar ernährungs- und figurbewusst, stehen dem Problem Adipositas aber denkbar hilflos gegenüber. Ich sage es nur ungern: Unsere Multiplikatoren haben versagt! Vermeintliche Sensationen werden ins Blickfeld geholt, während mögliche Lösungswege (und eigentlich heißt es sogar “Viele Wege führen nach Rom”) ignoriert werden. Die gesellschaftliche Gesundheitsvorsorge stellt sich im Bereich der Adipositas nur sehr schleppend dar. Zu sagen, die Prävention in diesem Bereich ist lückenhaft, grenzt an Schönfärberei, und die Medien füllen diese “Lücken” mit Trash.

Betroffene werden alleingelassen und sollen sich selbst helfen nach dem unvergessenen Motto: “Jeder ist seines Glückes Schmied”. Auch  “Wie man sich bettet, so liegt man” heißt es oft, und für Zivilisationskrankheiten ist niemand verantwortlich?

 

 

Hinweis, den Unterschied zwischen Diäten und Diät betreffend:

Auch in der “Fettlöserin” gibt es ein Kapitel, das vorgibt, sich mit dem “”Mythos” Diät” zu beschäftigen. Ein Abnehmcoach, der sich mit Mythologie auskennt, würde so einen Unfug allerdings nie formulieren: Aus Achtung vor der Mythologie.

Es gibt einen ursprünglichen Diätbegriff, der nichts mit den üblichen Abnehm-Ernährungsvorschriften zu tun hat, aber alles mit ausgewogener Lebensführung, gesunder Lebensweise, Leben in Balance. Deshalb diese Leseempfehlung:

Diät: Grundsätze gesunder Lebensweise

zur Seite -> “Diät heißt ursprünglich und eigentlich,,,

 

 

 

 

Nachtrag:

Irgendwann machte eine … achtzehnjährige Nicole Jäger, die zuvor als Teenager eine schwere Hüftverletzung hatte überstehen müssen, ihr Abitur und zog von zu Hause aus. Wonach sie offenkundig eines Morgens im Alter von 26 Jahren aufwachte und just 200 kg zugelegt hatte. …  es ist natürlich auch die gähnende Lücke an genau dieser grundlegenden Stelle, die der Geschichte den Wind aus den Segeln und die Glaubwürdigkeit nimmt. (Quelle)

Ein kritischer Artikel zur “Fettlöserin”, lesenswert, auch Stilkritik enthaltend. Meine Meinung mittlerweile: Das Ganze ist ein Medienphänomen. Talk-Shows brauchen Inhalte, gerne auch dicke Inhalte, und beide Seiten haben zusammengespielt. Einer Dicken stellt man keine peinlichen Fragen, also lässt man sie erzählen, und fragt nicht nach, wo Lücken sind. Sie könnte auch Märchen erzählen.

 

 

Liebe(r) LeserIn!

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19 Kommentare

  1. Tja,so richtig kann ich mich da nicht wiederfinden.
    Ich suche nach Lösungen um das Gewicht zu halten.
    Nach dem Motto ,”ich will so bleiben wie ich bin” aber ohne du darfst.
    Wie schaffe ich es meine Essgewohnheiten so einzustellen ohne kleine schleichende Kalorien zu viel ,die sich viel zu spät auf der Waage bemerkbar machen ?
    Also ein Leben ohne größere Gewichtsschwankungen die einen nicht in die nächste Kleidergröße (sind bei mir immerhin 4- 5 Kilo) katapultiert.
    Eine Portionsdiät mache ich da wohl schon ewig……..

  2. wenn man den Blog verfolgt,wird schnell klar ,er wurde eröffnet um
    die Glaubhaftigkeit ihre Abnahme zu unterstreichen.
    Es ist quasi ein Blog nach der gewaltigen Abnahme.
    Ok,heute wiegt sie nur noch 160kg also noch mal 10 kg weniger als vor drei Jahren.
    Und wenn wir schon beim Rechnen sind .Beim Höchstgewicht von 340kg,
    (sie nahm 200kg zu,muß also vor dem Unfall bei 140kg Hochleistungssport betrieben haben,äh welchen bitte ?
    Mich würde es nicht wundern wenn sie noch eine Show im Fernsehen bekommt.
    Alles zielt doch darauf hinaus.Berühmt werden um jeden Preis.

    • Die Idee mit der Fernsehshow hat sie ja vielleicht schon gehabt, aber spätestens jetzt ;-)

      Das Thema ist unerfreulich; einerseits nennt sie Zahlen – andererseits stellt sich das dann als unscharfe Andeutung des Geschehens dar, als ungefähre Skizze:

      „Ich habe … bei 180 Kilo … angefangen zu fasten. 40 Kilogramm …, bis ich …aus den Latschen kippte.
      Die 40 Kilo habe ich dann innerhalb weniger Monate wieder zugenommen und noch einmal 30 drauf, sodass ich wieder bei 200 landete.”

      180 -40 + 40 =180
      180 + 30 = 200

      So ein “Nachrechnen” wird jetzt vielleicht pingelig wirken, aber immer nur zu sagen: “Sie hat das nicht so genau gesagt, weil es doch auf das Gemeinte ankommt, auf die Richtung” ist auch unschön: Eigentlich müsste man ständig nachfragen, wie das Beschriebene gemeint war.

      Soll uns die Passage sagen, dass das Unterbewusstsein schon mal 10 Kilos unterschlägt, oder gar nicht mit Zahlen umgehen kann?

      Was den Sportunfall mit “ungefähr” zwei Folgejahren im Rollstuhl betrifft – Das muss etwas mit Trampolin zu tun gehabt haben.
      http://www.swr.de/-/id=17366556/property=download/nid=8986864/30ts5b/swr2-tandem-20160609-1005.pdf

      Diese Quelle ist allerdings nur für den privaten Gebrauch zugelassen. Das wird schon richtig sein, denn Manches, was da steht, ist auch einfach allzu krass;

      “Man muss sich selber vergeben,
      ein Vollidiot
      gewesen zu sein.”

      Das ist kein Ausdruck von Selbst-Empathie, das sollte sie auch besser ausdrücken können. Weniger verallgemeinernd ;-)

      • ahh,ich habe eben das Interview gelesen,das Buch nicht .
        Ich weigere mich, es zu kaufen.Ich möchte diese vielen Widersprüche und Unklarheiten nicht noch im Buch nachlesen. müssen.
        Und ihre absurden Diätmaßnahmen und heutigen Erkenntnissen auch nicht.————–
        Aber vielleicht haben wir sie auch nur falsch verstanden und sie hat
        4×30 kg abgenommen und wieder zugenommen,so wird ein Schuh draus.
        Und ihr ursprüngliches Gewicht lag bei 170 kg plus die Zugenommen in der ganzen Zeit bis heute.
        Da passen die 170kg heutigen Lebensgewicht auch wieder und das sie nicht laufen konnte und nachts im Treppenhaus üben mußte ,lag an den Folgen des Unfalls.
        Ich bin aber auch begriffsstutzig……..
        Das ist tatsächlich gar nicht mal so abwegig.Ich kenne viele,die in 3 Jahren 25kg ab und wieder zugenommen haben ,Weight -watchers…
        Natürlich war das Ausgangsgewicht so ca 110 kg.
        Aber bei 170 kg geht noch mehr in gleicher Zeit.Ich sehe das immer prozentual zum Körpergewicht.
        Ich habe zu Weight-watchers ebenfalls ein sehr ungutes Gefühl,da wird kräftig verdient und es bringt kaum was. Ich kennen keine Person in meinen Umkreis ,der dadurch schlang blieb.

        Jetzt wird es schon in Betrieben nach der Arbeit angeboten.Für mich unverantwortlich.
        Was ist dein persönliches Abnehmrezept ?

        • Hallo, Bille,

          die Zahlenspiele, die Du hier durchspielst, können wohl schon mal so vorkommen, wenn ich das für mich betrachte, habe ich auch schon “insgesamt” – geschätzt – 30 – 40 kg abgenommen, ab und zu sozusagen. Aber ich schreibe kein Buch darüber und erzähle nichts von Übungen im Treppenhaus, mit Nachthemd und Stuhl, den ich mir auf die Treppe stelle; wenn ich mir das vorstelle, braucht man einen Stuhl mit zwei verkürzten Beinen, damit er nicht allzu schräg steht auf der Treppe…
          Zu den WW, die schon längst pleite wären, wenn nicht so viele “Members” mehrfach sich in ihre “Obhut” begeben, weil das Konzept nicht wirklich radikal-nachhaltig funktioniert: Die haben halt viel Geld für eine durchgestylte Öffentlichkeitsarbeit und sind finanziell erfolgreich, als Firma. Sogar unserem Ex-Nationaltorwart haben sie schon geholfen ;-)

          Das mit “WW” nach Feierabend, im Betrieb – das stelle ich mir grausam vor. Was für ein Ausdruck an Unternehmenskultur das sein soll, ist mir wirklich nachvollziehbar, aber vielleicht passt es ja: “Leistungsmessung und -Optimierung”. Da sollte Gewicht, finde ich, doch besser Privatsache sein, wenn der Arbeitgeber seiner Verantwortlichkeit nachkommen will, ist er aber sicherlich hilflos und greift nach dem vermeintlichen Strohhalm.
          Meine Abnehmkonzepte waren mal 1.) Fahrrad & Cammping Fernreise, 2.) Liebeskummer, 3.) Vollwertkost & viel Bewegung, 4.) Ernährungsplanung und -Protokollierung + ein bisschen Sport mit der Portionsdiät.
          1.) und 2.) sind “von selbst” vorbeigegangen, 3.) war nicht schlecht, aber das “dumme” Gefühl kam auf, dass das es nicht bringt, 4.) wurde mir nach 6-7 Wochen zu stressig, war aber im Prinzip wirksam.
          Ich hatte aber dabei das Gefühl, unter Erfolgsdruck oder -Zwang zu stehen, und das hat ein paar Rückfälle, oder “Ausrutscher” hervorgerufen.
          Deine Frage nach dem persönlichen Rezept jetzt ist allerdings schon genial – da sage ich mal: Ein gültiges Ja und ein verbindliches Nein im jeweils rechten Moment und gerne auch die Unterstützung einer solidarischen Gruppe.

          • ich gebe dir 2 Fallbeispiele
            1
            Mit einen wirklich schlanken Kollegen hatte ich unlängst eine Unterhaltung.
            Irgendwann kamen wir auf das Gewicht zu sprechen ,wo ich mir die Bemerkung erlaubte,er sei doch schon immer schlank gewesen.
            “Nee,nee ” meinte Dieser ,ich war auch mal 25 kg dicker”
            “Ich hatte 2 mal Mittag gegessen einmal im Betrieb und nachmittags zu hause,Abendbrot gab es dann auch noch”

            Das betriebliche Mittagessen wurde gestrichen, es gab nur noch Kaffee und exakt 2 Kekse. So wurde er wieder schlank ohne Diät .Die Portionsgröße blieb unverändert.Einen übersichtlichenTeller ohne Nachschlag.
            2.
            In meinen Fitnesstudio kam ein neuer schlanker Mann rein.
            Nach einer Weile unterhielten wir und.
            Er würde so gerne zunehmen und erhofft sich vom Hanteltraining etwas mehr Appetit.
            “Ja,mach doch eine Diät”antwortete ich.”Wie noch dünner werden ?”jammerte dieser
            “Zuerst wirst du dünner aber danach wird dein Körper bestrebt sein ,einige Reserven zu speichern,es war ja Hungersnot auf eine bestimmte Zeit angesagt “antwortet ich.
            “2 Wochen dürften reichen.”

            Ich habe für mich selbst entdeckt,ich muß meine Portionen,Frühstück ,Mittag ,Abendbrot
            soweit anpassen wie ich sie bei meinen Wunschgewicht essen dürfte.
            Der Kalorienverbrauch sinkt bei weniger Körpergewicht.
            Ich muß die Diät quasi überspringen.Also meinen Magen beibringen 1 Brötchen zum Frühstück reicht völlig aus.
            Es ist vollkommen egal was auf den Brötchen ist.
            Beim Mittag alle großen Teller wegschmeißen,sie suggerieren mir eine kleine Menge obwohl sie größer ist.
            Ich habe heute wirklich schon ein Sättigungsgefühl bei einer halben Currywurst und eine handvoll Pommes.
            Aber es dauert bis der Magen sich an die kleineren Portionen gewöhnt hat.
            Ich kaufe mir auch keine ganze Tafel Schokolade, sondern nur noch einen Riegel.
            Und beim Kuchen nur ein Stück ,niemals mehr ,es sei denn ich überspringe damit eine Mahlzeit.

            Das ist keine Diät sondern eine Anpassung .
            Ich kann alles essen,ok manchmal nur naschen.
            Man gewöhnt sich an die Menge ,es dauert aber bis der Magen und der Körper damit einverstanden sind ,oft mußte ich zwischendurch einen Zwieback essen.

          • Das sind auch sehr “schöne” Beispiele! Beim 1. für die falsche Einschätzung, hier Unterschätzung dessen, was man zu sich nimmt – dass man für “normal” hält, was zu viel ist, kommt häufig vor, und was genug ist, ändert sich, oft aber nicht das Gefühl dafür.
            Bei den Pseudo-Untergewichtigen ist möglicherweise oft eignetlich alles in Ordnung – nur entsprechen sie nicht dem Gefühl für “Normalität”, haben aber vielleicht einfach ihre eigene Struktur.
            Dass der Energiebedarf mit gesunkenem Gewicht auch abgenommen hat, weiß eigentlich jeder, der einfach leichter eine Treppe “erklimmt” – mit x Kilos weniger. Jo-Jo entsteht vielleicht, wenn der “eigentliche Energiebedarf” “nachher” als so hoch wie “vorher” eingeschätzt – phantasiert wird.
            Ich finde, Deine Hinweise sind hier wertvoll!

  3. Ich habe ja nun abgenommen. Richtig viel.
    Ich bin quasi eine Elfe im Vergleich zu früher.
    Irgendwas knapp über 170kg sind zwar nicht wenig aber immerhin einiges – und gute 160kg – weniger als noch vor einigen Jahren. Blockeintrag vom 8.Juli 2013
    Ihre genauen Worte vor 3 Jahren

  4. Bei ihren ersten Fernsehauftritt im NDR Oktober 2014 hatte sie ihr Gewicht halbiert
    damals wog sie angeblich 170kg.Heute ,(dieses Jahr ) sind fast 2Jahre vergangen ,wiegt sie immer noch ca 170 kg.

    Es stellt sich die Frage ,ob sie überhaupt so viel abgenommen hat ?
    Für mich ist und war es eher eine sensationelle Ausrede ihren heutigen Beruf erfolgreich auszuüben.Ihre Personen ihr Buch zusätzlich in aller Öffentlichkeit zu vermarkten.
    Keiner hinterfragt doch ,wie sie vor acht Jahren ihr Leben überhaupt bewerkstelligen konnte.
    Ohne Hilfe von Personen ,die ihren Haushalt führten.

    Der Grundbedarf eines normalgewichtigen Menschen liegt bei ca 2000 Kalorien pro Tag. Das wären bei 340 kg ,etwa das Fünffache.
    Also auch das Fünffache an Lebensmittel ,Geld für Lebensmittel,Abfall usw.
    Aber so teuer sollen nach Nicoles Aussage die Lebensmittel,Pizzabringdienst
    ja gar nicht sein……………

    • Hi, und Danke für Deinen Kommentar. Wenn ich da lese, dass jetzt schon zwei Jahre vergangen sind nach dem großen “coming out”, dann würde ich der Autorin tatsächlich wünschen, dass sich noch etwas tut, auch, weil sie sich ja selbst in die Position eines Vorbilds begeben hat, und nicht unbedingt als Ulknudel enden wollen wird.
      Die Geschichte mal zu hinterfragen, wäre die Aufgabe all der Journalisten und Talkmaster gewesen- die wollen das jetzt auch nicht wahrhaben, dass sie sich womöglich allzu leicht hinters Licht haben führen lassen, und die LeserInnen werden sich wundern, was sie denn vom Kauf desw Buches gehabt haben. Vielleicht das Motto

      “mit

      Ehrlichkeit
      Ausdauer
      Ernährung
      Bewegung
      Humor

      klappt das auch mit dem Abnehmen.”

      Das auch zu verwirklichen packt auch nicht jede(r), und es tut einfach nur weh, wenn so eine Wahrheit nur noch als hohle Parole, zynisch in die Welt gesetzt, erscheint.

      Denn, wollte man es umsetzen, stellt man vielleicht fest, dass das gar nicht so leicht ist, man vielleicht Hilfe dabei bräuchte, und das ist der Punkt, wo “die Jägerin” mal Farbe bekennen könnte, sollte, müsste.

  5. Ich finde es jedenfalls gut, dass Nicole Jäger Dicken Mut macht, abzunehmen. Wo ist das Problem? Ähnlich, wie z.B. ein trockener Alkoholiker sicher geeigneter für eine Maßnahme ist, die Alkoholiker auf den richtigen Weg bringt, ist es auch, wenn eine Dicke, die weiß, wovon sie über das Abnehmen spricht, anderen Leuten eine Hilfe ist. Z.B. hat Allan Carr als ehemaliger starker Raucher ein Raucherentwöhnungsprogramm entwickelt und vielen dadurch geholfen. Ich als Nichtraucherin könnte mir zwar die Theorie aneignen, aber sicher nicht glaubwürdig mich in die Situation eines Rauchers hineinversetzen. Ähnlich ist es mit dem Abnehmen, und ein dünner Abnehmcoach ist nicht unbedingt der beste.

    • Auf meinen Mut hat Nicole Jäger sich nicht positiv ausgewirkt, Allan Carr wird wahrscheinlich maßlos überschätzt, und ein Raucher kann kein Nichtraucher-Trainer sein. Ob Nicole als Abnehm-Coach erfolgreich ist, ist auch nicht erwiesen, und die Widersprüche und Ungereimtheiten im Buch sind nicht zu übersehen – wenn man hinschaut, gibt es durchaus einige offene Fragen. Insofern hat sie uns einen Bärendienst erwiesen.

  6. Ja, das ist das absolut Erstaunliche und eigentlich auch Bedrückende: Keiner fragt wirklich mal nach. Keiner wundert sich, bzw. äußert diese Verwunderung im Gespräch mit Frau Jäger. Und das Ärgerliche ist eben, dass das Buch nicht “egal” ist. Es ist ein Bestseller, der das Zeug dazu hat, den LeserInnen so richtig zu schaden. Und das hat Frau Jäger als vorübergehendes Poster Girl für dicke Menschen eben auch. Die wirft uns alle zurück, wenn es um den Kampf für Toleranz wirft. Und das nehme ich ihr verdammt übel.
    Liebe Grüße
    Nicola

    • Danke für Deinen Kommentar, Nicola!

      Ich “habe fertig” mit Nicole Jäger. Sicher, sie schadet, weil sie Meinungsbildnerin ist und vom Dick-Sein und Schlank-werden nichts verwertbares berichtet (außer, man liest zwischen den Zeilen un denkt sich seinen Teil) – aber das trifft auf so große Teile der “Literatur” zu diesem Thema zu…

      Was will man von diesem System der “Unterhaltungsindustrie” auch Anderes erwarten? Ein einziger Rummel – da wird gelogen (zum Beispiel vgl. http://fressnet.de/blog/?p=362) dass sich die Balken biegen, aber “kein Hahn kräht danach”.

      Mit den “Diät-Bestsellern” werden wir, so unerträglich sie sind, leben müssen, so lange das Publikum sich für dumm verkaufen lässt.

      Umso schöner, Blogs wie Deinen zu lesen, Authentisches, Nachdenkliches, Ehrliches.

  7. Ich glaube nicht, dass da nur die Hälfte gelogen ist – ich halte das ganze Buch für zutiefst verlogen und verbogen. “Verbogen” trifft es vielleicht am Besten: Es hat mal eine Wahrheit gegeben, von der auch mal ein Eckchen zu erkennen ist, aber der “Humor” kleistert alles wieder zu.
    Das Studium – Design oder Gestaltung – aufgegeben wegen mangelndem Talent?
    Da wird es andere Gründe gegeben haben, denn auch Talent muss doch erst entwickelt werden, muss auch gefördert werden.
    Also, das ist alles so oberflächlich – weichgespült, da bleibt keine Spur von tiefen Sorgen und großen Ängsten, die mit so einem Zustand einhergehen, eigentlich nur Verharmlosung.
    Aber offensichtlich hat Nicole genau das geliefert, was in den Talk-Shows geht, und um die Wahrheit geht es ja auch gar nicht.

    • Seltsamerweise stagniert das Gewicht seitdem die selbsternannte Fettlöserin mit ihrem Buch in den Medien aufgetaucht ist. Seit dem Erscheinen des Buches hat sie augenscheinlich nicht weiter abgenommen. Nie und nimmer wiegt die Frau “nur” 170 Kilogramm, ich schätze sie auf mindestens 270 Kilogramm und vermutlich wiegt sie das schon lange. Dass sie sich halbiert hat halte ich für eine Lüge. Es gibt weder Fotos und sonstige Belege. Für mich ist sie eine Betrügerin und die Medien machen mit. Schlimm, dass sie Menschen mit Problemen berät.

      • Na ja – dass hier vielleicht nicht alles mit rechten Dingen zugeht, erst recht vieles nicht nachvollziehbar, das alte Blog “weg” ist und die Medien unkritisch im Gleichklang getönt haben, ohne zu hinterfragen: “Geschenkt”.
        Ich hatte wegen Deines Kommentars mal einfach “170 Kilos” in der Bildersuche eingegeben, und a kam recht viel ””Nicole”, da kamen auch noch Andere mit “170 Kilos” – es ist wirklich schwer zu schätzen, welches Gewicht sich hinter diesen Fotos “versteckt”.

        • Auf der anderen Seite möchte ich nicht wissen ,wie viele Buchautoren,Abnehm-coaches erfolgreich sind aber selbst nie Gewichtsprobleme hatten ?

          Vielleicht fühlt man sich auch sicherer und wohler von einen Leidensgenossen beraten zu werden,der einen bestimmt nicht überfordern kann ,bedingt durch seine noch größere Leibesfülle.

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