Hülsenfrüchte hätten einen Stammplatz auf unserem Speiseplan verdient, weil sie so viel Eiweiß enthielten, langkettige Kohlenhydrate und wertvolle Ballaststoffe – aber wer isst schon zweimal pro Woche diese ach so tolle Frucht, die so gar nichts fruchtiges an sich hat?
Mit den Bohnen haben wir es nicht so, weil “jedes Böhnchen – ein Tönchen … ”
Dann fallen uns vielleicht noch die Baked Beans ein, und die entsprechenden Rezepte orientieren sich an der Vorlage aus der Dose, in der Absicht, das eingedoste Vorbild zu übertreffen – und schon haben wir einen Denkfehler begangen: Sich an der Dosenbohne zu orientieren, ist nichts außer den standartisierten Massengeschmack als Leitbild zu übernehmen.
Tatsächlich finden wir immer mal das Geständnis: “Ich habe kalt aus der Dose gegessen”. Das gilt für Ravioli wie für Baked Beans und wird meist als Jugendsünde aus Studentenzeiten erklärt. Vielleicht sind Baked Beans ja auch noch unentdecktes “Brain-Food”? Jedenfalls ist Fakt, dass Baked Beans auch als Imbiss verzehrt werden, und so stelle ich die gelbe Variante hier im Rahmen eines
Blog-Events, das Björn Buresch zum einjährigen Bestehen seines Blogs Happyplate veranstaltet, vor.
“Schaschlik, Zigeunerschnitzel, Döner, Burger und Currywurst sind die Klassiker eines jeden Imbisses. Aber natürlich auch Süßpeisen wie Armer Ritter, Waffel oder Crépe gehören in das Repertoire der Esskultur einer Stadt. In meinem Blog geht es ja bekanntlich darum, genau solche Speisen zu veredeln.
Anlässlich meines Bloggeburtstages frage ich deshalb euch, was eure Ideen sind, um den Klassikern der deutschen Imbisse aber auch der internationalen Imbisskultur einen neuen Touch zu verleihen.
Die Aufgabenstellung dieses Events ist es also, einen Imbiss-Klassiker neu zu interpretieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob süß, salzig oder ein Mix aus beidem.”
Kommen wir also nach der langen Vorrede endlich zum
Rezept: Gemüsige gebackene Curcuma-gelbe Bohnen
Zutaten
- 500 Gramm kleine weiße Bohnen
- 1/2 Liter Tomatensuppe
- 150 Gramm Sellerie
- 2 Schalotten
- 1 Zwiebel
- 6 Tl Leinsamen
- 6 Stück (halbe) Walnüsse
- 3 El Rapsöl
- 5 TL Sauergemüsemus
- 4 Tl Curcuma (Gelbwurzel)
- 1 Tl Salz
- 1 Tl Chilipulver
- 1 Tl Kreuzkümmel (Cumin)
- 1 Tl Curryblätter
Bei den Zutaten kannst Du natürlich variieren. Die Tomatensuppe findet sich hier nur deshalb, weil sie endlich einmal verbraucht werden musste, Ganze Tomaten oder gestückte Tomaten dürften den gleichen Zweck erfüllen.
Zubereitung
- Die Bohnen in reichlich Wasser 12 Stunden oder länger einweichen
- durchspülen, gut bedeckt in geschlossenem Topf gut 45 Minuten köcheln (ohne Salz)
- abgießen
- die aus den übrigen Zutaten gemixte Gemüsebrühe
- (hergestellt wie beim Salsa/Sauermus; nur ist hier die Menge größer und die Farbe anders) darübergießen
- bei kleinster Hitze unter gelegentlichem Rühren 4-5 Stunden leise köchen lassen, je nach Flüssigkeitsmenge auch ohne Deckel.
Wenn so ein Eintopf aufgewärmt am Besten schmeckt, liegt es nahe, ihn erst einmal abkühlen zu lassen und dann wieder aufzuwärmen.
Serviert wird er in kleinen Mengen – sonst liegen die Bohnen, bei aller Liebe, mit der sie gekocht wurden, doch zu schwer im Magen.
Gut denkbar auch, die “gelben Bohnen” nicht im Topf, sondern im Einmachglas fertig zu kochen – das sähe dann ungefähr so
aus und ist als Vorrat oder “Giveawy” tauglich.
Wenn die Gebackenen-Curcuma-Gemüsebrei-Bohnen schon ungewöhnlich sind, sind sie, zusammen mit Feta (vom griechischen Schaf) mit einer Gabel zerdrückt und eingewickelt in einen Buchweizewn-Pfannkuchen, ein Multi-Kulti-Fusion-Essen erster Güte.
Dazu gibt es einen alkoholfreien
Aperitif
… (auch Apéritif, als Kurzform vor allem in der Schweiz auch Apéro) … ein meist alkoholisches Getränk, das vor dem Essen konsumiert wird, um den Appetit anzuregen und auf die bevorstehende Mahlzeit einzustimmen. Während der Aperitif in den romanisch beeinflussten Kochtraditionen wie der französischen und italienischen Küche fester Bestandteil ist, wird er in Deutschland, Österreich und den nordischen Küchen vergleichsweise selten gereicht.
Der Aperitif hat zudem eine soziale Funktion und dient dazu, den Gästen die Wartezeit bis zum Servieren der Speisen zu verkürzen oder zu überbrücken, bis alle eingetroffen sind und man sich zu Tisch begeben kann.
Dieser Radieschen-Bifido-Aperitif hat zudem die Funktion, probiotisch zu wirken.
Er stammt aus dem Radieschen-Kimchi und hat diese schöne Farbe, weil im gleichen “Sud” zwei Mal hintereinander Radieschen-Kimchi entstanden war, die Radieschen also ihre Farbe doppelt abgegeben haben.
Geschmacklich ist der Radieschen-Bifido-Aperitif durchaus akzeptabel – es gibt ja auch Delikatess-Essige, die als Aperitif gereicht werden.
Von den gelben Baked Beans habe ich kein Foto im Zusammenhang mit Spiegelei gemacht – das sieht auch kaum anders aus als die Standard-Version:
Allerdings haben die “Klassiker” mehr Glanz und die gemüsigen Baked Beans wirken eher matt – dafür enthält deren Sauce, die man auch noch flüssiger einstellen kann, mehr gesunde Ballaststoffe. Wer will, kann die gelben Bohnen ja noch mit Öl übersprühen.
Das Ernährungaprotokoll liest sich dann so:
KH | Fett | Eiweiß | Gemüse | Obst |
Bohnen | Öl | Bohnen | Diverse | |
Bohnen | Ei | |||
Die Bohnen habe ich hier mal in grüner Schrift eingetragen, weil es sich um “langsame” Kohlenhydrate handelt, die länger vorhalten und Blutzucker-freundlicher sind.
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10. September 2014 um 20:20 Uhr
Als einer der Testesser möchte ich hier auch meinen Erfahrungsbericht mitteilen:
Ich habe die gemüsigen “baked beans” beim Wort genommen, also sie “gebacken”, das heißt: Mit Öl in der Pfanne gebraten. Dabei habe ich auf dem Pfannenboden noch so viel Platz gelassen, so dass ich in der gleichen Pfanne noch ein Spiegelei zubereitet habe.
Das Ergebnis: Eine runde, urige Sache. Die Bohnen sehr aromatisch, kräftig, durchs Braten sogar annähernd kross – und meine warme Mahlzeit war ohne jegliche Mühe nach 8 Minuten Zubereitung auf dem Teller!
Nochmals: Danke.
17. September 2014 um 17:35 Uhr
Ich habe zu danken – für diese Variante der Zubereitung der baked beans und den positiven Erfahrungsbericht.
2. September 2014 um 00:38 Uhr
Die gefüllten Pfannkucken haben durch den Buchweizen einen herzhaften Geschmack und eine gute Konsistenz.
Ich bin höchst erfreut eine Person gefunden zu haben, welche den Feta vom Schaf dem Kuhprodukt vorzieht, der Geschack ist facettenreicher.
Auch zum Wiederaufwärmen der vorgerollten und gefüllten Pfannkuchen lässt sich raten.
Eine Runde Sache!
6. September 2014 um 07:04 Uhr
Danke!
Beim Schafs-Feta hab ich immer die Hoffnung, dass das Tier ein paar Kräuter gefressen hat, die Milch aromatischer ist als von einer Kuh, die mit Silage und Kraftfutter gefüttert wird. Schafe sind ja auch “Landschaftspfleger”…
28. August 2014 um 11:54 Uhr
Hallo Klaus-Peter,
deine Bohnen mit Gemüse-Mus habe ich gestern für eine interessante Variante von “Pasta e Faccioli” verwendet. Ein Rest Linguine, ein paar Löffel Beans, mit etwas Wasser verdünnt und glatter Petersilie verziert – ein sehr leckeres Abendessen!
Liebe Grüße
Heike
29. August 2014 um 09:56 Uhr
Hallo, Heike,
Danke für die tolle Ergänzung! Die “Bohnen mit Gemüse-Mus” kommen offensichtlich an…
Meinen letzten Rest hatte ich kürzlich in der Pfanne zubereitet, mit einem Spiegelei und Sellerie-Schnitzel.
26. August 2014 um 09:06 Uhr
hehe, ich hab gerade den Post gesehen und hab mir gedacht, dass würde ja toll zu meinem Event passen und als ich den Artikel dann gelesen hab, hab ich gesehen, dass du dann auch noch wirklich teilnimmst! Freut mich sehr und wirklich eine sehr tolle Umsetzung!
26. August 2014 um 09:17 Uhr
Danke!
- Ja, ich dachte doch, etwas für die Imbisskultur zu tun, wäre nur sinnvoll
Die Umsetzung – das hat sich dann doch etwas gezogen, Bilder einfügen und all das ist halt immer noch Handarbeit…
Dein Event ist ja noch am Anfang – mal hoffen, dass er sich weiterhin schön entwickelt.
26. August 2014 um 09:19 Uhr
Bei so tollen Beiträgen mache ich mir da gar keine Sorgen! Danke dir!